Sportclub Disc Golf Söhnstetten: uneingeschränkt bespielbar (Details)
Skilift: Betrieb in Händen der Gemeinde
Die Zeichen für spannende drei Wettkampftage über fünf Runden konnten nicht besser stehen. Der Wettergott zeigte sich durchgängig von seiner guten Seite, das Teilnehmerfeld war mit den 144 besten Disc Golfern Deutschlands besetzt und die beiden Turnierkurse konnten unterschiedlicher nicht sein: Der bekannte Kellenhusener Kurs am Strand (hier führen 18 Bahnen direkt an der Ostsee entlang) ist durch seine Gestaltung frei von Bäumen sehr offen und anfällig vom rauen Ostseewind. Der zweite Kurs hingegen (hier führen 18 Bahnen durch ein großes Waldstück) war von Vorteil für alle technisch ausgelegten Spieler. Lange Waldschneisen, gespickt von schweren Korbpositionen warteten hier auf alle Teilnehmer.
Als klarer Titelfavorit in der Offenen Klasse galt der Bremer Simon Lizotte, der seit letztem Jahr als Profi fast ausschließlich in den USA am Start ist. Dennoch wollte Dominik Stampfer seinen Titel nicht kampflos abgeben und startete dementsprechend motiviert in die erste Runde: Nur drei Würfe fehlten ihm nach den ersten 18 Bahnen auf den Bremer, der seine Vorteile auf dem Strandkurs nicht ausspielen konnte. Nur wenige Würfe hinter Stampfer platzierten sich Michael Stelzer und Emanuel Kroll. Die zweite Runde sollte aber schon fast eine Vorentscheidung in den Titelkämpfen sein: Der eigentlich auf dem Waldkurs favorisierte Stampfer verlor weitere fünf Würfe auf den führenden Lizotte. Ähnlich erging es Stelzer und Kroll, die ihre Leistung von der Vorrunde nicht wiederholen konnten und einige Plätze verloren. In den folgenden beiden Runden am zweiten Turniertag sollte sich nicht viel ändern: Stelzer und Kroll besserten sich zwar im Vergleich zum Vortag, aber lediglich Stelzer konnte sich einige Plätze nach vorne arbeiten. Dominik Stampfer hingegen verlor weiterhin Würfe auf die Führungsgruppe und enttäuschte erneut auf dem Waldkurs, sogar das Finale der besten fünf war nur mit einer starken letzten Runde zu erreichen.
Doch der Titelverteidiger startete eine Aufholjagd am Finaltag: Mit einer starken fünften Runde sicherte er sich einen Platz im Finale der Top 5, gefolgt von einem bärenstarken Finale. Mit dem besten Finalergebnis sprang Dominik Stampfer noch auf einen versöhnlichen dritten Platz und zeigte sich zufrieden: „Natürlich war der dritte Platz nicht das Ziel. Nach dem Finaltag kann ich mich aber dennoch über den dritten Platz freuen.“
Auch Emanuel Kroll konnte am Finaltag einige Plätze gut machen – mit seiner besten Runde schaffte er den Sprung unter die Top 30 und wurde 27ster. Für Michael Stelzer endete das Turnier nicht wie erhofft. Der German Tour Sieger von 2014 fand nicht zu seinem gewohnten Puttspiel und konnte an den guten Vortag nicht anknüpfen. Er beendete das Turnier schlussendlich auf Platz 19. Gewonnen hat nach zwischenzeitlich hartem Kampf mit dem zweitplatzierten Marvin Tetzel der Bremer Simon Lizotte.
In der Grandmaster Klasse gelang dem Ulmer Martin Fohlert eine freudige Überraschung: Bei seiner ersten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft sicherte sich Fohlert den zweiten Platz in einer stark besetzten Grandmaster Klasse. Bereits in der ersten Runde zeigte Fohlert seine Fähigkeiten und hielt bis zur vierten Runde als Führender seine Kontrahenten auf Abstand. In Runde vier und fünf zeigte jedoch der Potsdamer George Braun seine ganze Erfahrung und gewann letztlich mit vier Würfen Vorsprung vor Fohlert, der sich dennoch höchst zufrieden zeigte: „Ich habe mir eine Top 5 Platzierung ausgemalt. Nun habe ich sogar den Vizetitel – einfach toll!“
Für Karl-Heinz Warnke, der im vergangenen Jahr einen starken vierten Platz bei den Grandmastern erreichte, standen allerdings die Vorzeichen nicht optimal. Nach einer schweren Verletzung im Frühjahr war dies erst sein zweites Turnier der Saison. Dennoch konnte sich der Heidenheimer mit konstanten Runden einen Platz im Mittelfeld sichern. Lediglich die vierte Runde hinderte ihn an einem Sprung unter die Top 10. Für ihn endete das Turnier mit einem 13. Platz.
Mit dem zweiten Platz von Martin Fohlert kann der Sportclub Albuch inzwischen 21 deutsche Vizetitel im Disc Golf aufweisen. Die gleiche Zahl steht auch für die Anzahl der deutschen Meistertitel zu buche. Einmalig in Deutschland.
„Die DM ein Kellenhusen war meine erste wirkliche DM, deswegen hatte ich auch wenige Erwartungen. Es gab schließlich auch keine Vergleichsmöglichkeiten. Eine Platzierung unter den ersten fünf hatte ich mir dennoch ausgerechnet. Bei dem stark besetzten Feld sollte das schon gut sein.
Mit der Leistung bin ich schlussendlich sehr zufrieden und mit der Platzierung natürlich höchst zufrieden – das freut mich wahnsinnig! Meine Stärke lag definitiv im kurzen und variablen Spiel im Wald, da konnte ich mir einige Vorteile verschaffen. Weniger gut lief es für mich bei den windigen Verhältnisse auf dem Strandkurs.
Jetzt geht es erst einmal weiter mit dem Training – schließlich möchte ich das Heimturnier mit einer ordentlichen Platzierung beenden. Ansonsten lasse ich mich überraschen, wie es weitergeht. Eine gute Platzierung in der GT strebe ich auf alle Fälle an.“
„Für mich war die Deutsche Meisterschaft in Kellenhusen erst das zweite Turnier im Jahr nach meiner Verletzung im Frühjahr. Daher war das Ziel niedrig gesteckt: Dabei sein und zu Ende spielen. Eine vordere Platzierung wie bei der DM letztes Jahr (4. Platz), war daher natürlich schwer machbar.
Der Kurs im Wald lag mir mehr als der am Strand. Hier lag meine Stärke.
Eher schwer und ungewohnt war es für mich auf dem Strandkurs – die windigen Verhältnisse waren doch eine Herausforderung für mich. Alles in allem war ich noch nicht ausreichend fit für ein Turnier, aber es bleiben noch einige Turnier in dieser Saison, in denen ich an die Leistungen vom Vorjahr anknüpfen kann.“

„Als Ziel hatte ich mir für diese DM die Top 10 vorgenommen. Durch meine missratene zweite und vor allem fünfte Runde war das aber nicht mehr möglich. Ich habe hier zu viele einfache Fehler gemacht und viele Putts liegen lassen. Damit ist es natürlich schwer unter die besten zehn zu kommen. Insgesamt ein enttäuschender Ausgang für mich.
Jetzt geht es allerdings nach Finnland zu den European Open und dann steht das Albuch Classic an. Da bleibt noch Zeit für Besserungen.“

„Meine Erwartungen waren nicht all zu hoch da ich das erste Mal in Kellenhusen gespielt habe und mich auch nicht optimal für eine DM vorbereitet habe. Allerdings war mein Minimal-Ziel natürlich in den Top 20 zu landen, was mir leider nicht gelungen ist.
Mit meiner Leistung bin ich nicht zufrieden. Ich war bei vielen Abwürfen vom Tee aus unsicher, ob mein Wurf auch so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe und hatte dadurch auch einige Würfe, die ich völlig verzogen habe. Somit ging das mentale Spielchen los, von dem ich mich das ganze Turnier über nicht lösen konnte. Wiederum war ich mit meinem Putting recht zufrieden. Trotz Wind habe ich fast alle Putts getroffen, die ich treffen sollte.
In dieser Saison stehen noch einige große Turniere an, auf die ich mich besser vorbereiten werde und dort versuche ich das Beste raus zu holen und dann wird es auch wieder besser gehen.“
„Das war natürlich eine besondere Deutsche Meisterschaft. Als Titelverteidiger hat man schließlich auch hohe Ansprüche an sich selbst. Das Open Feld war stark besetzt. Ich war aber der Meinung trotz der anstrengenden letzten Wochen in guter Verfassung zu sein und witterte meine Chance auf eine Top Platzierung. Im Nachhinein war es aber kein idealer Zeitpunkt für die DM. Ich bin direkt nach der letzten Prüfung ins Auto gestiegen. Ich war mental einfach nicht auf der Höhe, auf der ich für eine einwandfreie Leistung sein sollte.
Schlussendlich muss und kann ich mit meinem dritten Platz zufrieden sein. Meine Aufholjagd am Sonntag macht mir viel Mut für die anstehenden Turniere. Etwas enttäuscht bin ich natürlich trotzdem, vor allem über meine Leistung auf dem Waldkurs. Die Augen sind allerdings schon wieder auf das nächste Turnier gerichtet: Die European Open in Finnland."