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9.10.2014 | Disc Golf
Team-WSCA auf der DM: Im Detail
Die WSCA-Spieler berichten von der Deutschen Meisterschaft.
Der WSCA war mit einem Starken Team auf der Deutschen Meisterschaft in Rüsselsheim vertreten. Im folgenden sind persönliche Erfahrungsberichte des gesamten WSCA Teams zu lesen. Begonnen wird mit dem jüngsten im Team, Tom Häberle:
„Mir hat die DM sehr gut gefallen. Die beiden Kurse waren sehr anspruchsvoll, weil es einige lange Bahnen und noch mehr enge Schneisen gab. Das Essen war überragend und das Programm am Samstagabend in der Waschbar mit Wii-Discgolf und dem drehenden Korb war klasse. Insgesamt war das Turnier sehr gut organisiert und die Spotter auf den verschiedenen Bahnen machten ihre Sache sehr gut.“
Auch Jürgen Taube, ein Uhrgestein des Disc Golfs kämpfte bei der DM um eine gute Platzierung. Das Fazit des Esslingers:
„Ich war früh angereist und wollte in dem 23-Spieler großen Teilnehmerfeld mindestens die Top 10 erreichen. Den 5-7 Platz habe ich mir ausgemalt. Beeinträchtigt durch meine Erkältung war es überwiegend schwer, gänzlich frei aufspielen zu können. Nach mäßigem Anfang im Waldschwimmbad (68) gelang mir eine gute 63 im Ostpark. Hoffnung keimte auf.
Die zweite Runde im WSB wurde schließlich eine katastrophale 78 und nahm mir jede Hoffnung an einer guten Platzierung. Die beiden guten Ergebnisse im Ostpark (63/66) glichen die hohen Scores aus dem Waldschwimmbad jedoch nicht aus. Ich verfehlte mein Ziel mit dem 18. Platz deutlich. Insgesamt waren die Parcourse in Rüsselheim sehr anspruchsvoll gestaltet. Kleinste Abweichungen oder Ungenauigkeiten im Spielablauf wurden durch die langen und teilweise sehr engen Bahnen sofort bestraft.“
Einen klasse 4. Platz bei der gut besetzten Grandmaster Klasse belegte Karl-Heinz Warnke, der damit auch sein Ziel erreichte:
„Mit einer Erkältung hatte ich anfangs schwer zu kämpfen, dementsprechend schwache Runden spielte ich am Freitag, vor allem im Waldschwimmbad. Das wurde auch am Samstag nicht viel besser. Der Ostpark lag mir besser, da dort mehr offene Bahnen zu spielen waren, außerdem machte sich die dortige Vorbereitung im Juli in der Tat bemerkbar. Insgesamt waren die Bahnen sehr anspruchsvoll gestaltet worden, vor allem die Waldbahnen im Waldschwimmbad. Doch gab es aus meiner Sicht zu allen Bahnen ein „Rezept“ bzw. eine optimale Flugbahn, die man eben treffen musste… Wolfgang Kraus zog von Anfang an davon und dominierte alle 5 Runden suverän. Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen unter die ersten 5 zu kommen, was mir mit dem 4. Platz auch gelang.
Alles in allem eine gelungene DM für mich!“
Der WSCA stellte die meisten Teilnehmer in der Open Klasse. Mit dabei war der Allgäuer Florian Knoll:
Foto: Markus Mossig
„Meiner Sportlichen Erwartungen konnte ich leider gar nicht gerecht werden, habe mir auf jedenfall eine besser Platzierung erhoft. Es war aber trotzdem ein tolles Wochenende, man hat viel zusammen gelacht und wir WSCA’ler haben sehr gut zusammengehalten und hatte eine super Zeit.
Mit beiden Kursen, sowohl Waldschwimmbad als auch Ostpark bin ich nicht sehr gut zurecht gekommen. Ostpark war okay. Waldschwimmbad war sehr schwer zu spielen für mich als Linkshänder, paar Bahnen leicht übers Wasser und wenn man Safe spielen wollte oder musste, war nicht mehr als ein Par oder Bogey drin.
Die Verpflegung war sehr gut und im Großen und ganzen war die DM sehr gut organsiert.“
Bei den meisten als Scheibenspezialist bekannt, wollte sich Dirk Elze nach längerer Abstinenz wieder an einer DM teilnehmen:
Für Tom und mich lief der Beginn der DM ganz schlech – wir fuhren von einem Stau in den nächsten. Hoffentlich war das mal kein schlechtes Omen…trotz aller Umstände konnten wir nach 5 Stunden Autofahrt doch noch 7 Bahnen im Ostpark spielen. Ein schlechtes Omen?
Endlich ging es am Freitag los. Traumhaftes Wetter und teils recht anspruchsvolle Bahnen. Da ich an der ersten Bahn gleich mein Birdie gespielt habe, war das Wochenende auch schon gerettet…Dass die Runde dann etwas dürftig ausging, war zu verschmerzen, zumal die Mittagsrunde im Waldschwimmbad prima lief, leider verschenkte ich an den letzten beiden Bahnen 3 Würfe. Trotzdem war ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.
Am Samstag lief es genau umgekehrt: Ostpark lief gut und die Runde im Waldschwimmbad war unterirdisch, da ich nach der Hälfte mein Waterloo an der 16 erlebt habe: eine gänzlich unnötige 6. Eine weitere sollte folgen an der 1, obwohl ich extra „save“ spielen wollte. Im Folgenden kam ich mir vor, als ob ich noch nie gespielt hätte…unglaublich, wie man sich doch selbst ganz einfach abschießen kann!
Am Sonntag sollte dann meine beste Runde kommen, wobei ich auch hier noch leichte Putts vergeben habe. Erstaunt war ich darüber, wie gut ich doch manche Schneißen getroffen habe. Dabei stellte ich fest, dass man nicht unbedingt die Driver werfen muss, um weit zu kommen.
Das Finale war natürlich ein Highlight: Domi gewinnt unangefochten den DM-Titel, und das vor einer beeindruckenden Kulisse mit 250 Zuschauern.
Tolles Ende einer tollen Veranstaltung! Bleibt zu erwähnen, dass die Rückfahrt ohne größere Staus zu bewältigen war…
Für Christoph Kroll war dies nach der letztjährigen DM in Wolfenbüttel bereits die zweite DM. Mit seiner 55er Runde im Waldschwimmbad konnte sein Können zeigen. Mit seinem Bruder Emanuel sicherte er sicher außerdem den Sieg im Doubels mit einer phänomenalen -13:
„Trotz aller Skepsis, ob und wie die Kurse spielbar sind, wurden ich eines besseren belehrt. Der Ostpark zeigte sich von seiner besten Seiten, wie niemals zuvor bei einem Scheibensucher Turnier. Der Wald war sehr gut prepariert und die Fairways freigeschnitten. Mit seinem Kurspaar von 59, hat der Ostpark deutlich gegen mich gewonnen. Das Waldschwimmbad war für mich eine Premiere und ich habe beide Seiten kennen lernen dürfen, von einer 72(844 rating) bis zu einer 55(1006 rating) war alles dabei. Mein persönliches Highlight war definitiv der Score im Doubles mit meinem Bruder im Waldschwimmbad mit einer 44, auf der Scorekarte waren zehn zweier und acht dreier zu verzeichnen, dies hat für den Sieg im Doubles vor dem Potsdamer Team (48) und Kettenjeklüngel aus Köln (50) gereicht. Das Domi das Ding nach Hause gebracht hat und das auch noch so souverän war das zweite Highlight der DM.“
Die Top 10 nur um wenige Würfe verpasst, hat Emanuel Kroll. Der junge Allgäuer konnte sich aber bei seiner ersten DM gemeinsam mit seinem Bruder den Titel im Doubels holen:
„Nachdem es ja für mich die erste DM war, habe ich so einiges neues kennen gelernt und auch das ein oder andere mit auf den Weg nehmen können! Vorab war ich sehr überrascht wie gut die Kurse in Schuss waren, angesichts der ganzen Kritiken die es im vorraus gab, der Ostpark war absolut perfekt aufgeräumt und bestens bespielbar. Das gleiche gilt auch für das Waldschwimmbad. Insgesamt betrachtet war es vom Kursaufbau übers Scoring bis hin zur Siegerehrung eine perfekte erste DM für mich. Wie meistens ist man nicht immer so ganz zufrieden mit seinem Spiel und macht sich noch einige Zeit später viele Gedanken über bestimmte Würfe und gespielte Bahnen, aber nichts desto trotz bin ich doch sehr zufrieden mit meiner Leistung, und bin in der Zukunft evtl ein bisschen schlauer wenn ich am Tee stehe. Also mein persönliches Highlight war natürlich das absolut geniale Doubles mit meinem Bruder! Worüber ich mich allerdings am meisten gefreut habe an diesem Wochenende war das geniale und souveräne Spiel von Domi Stampfer, ich habe es zu Beginn des Finales an Bahn 1 schon zu Michi gesagt, ich zietere: “Oha, mir geht glaub gerade mehr die Pumpe als beim Domi!", obwohl er einen respektablen Vorsprung hatte. Insgesamt war es ein Klasse Wochenende!“
Nach dem DM Titel 2008 legte Cornelia Held ein lange Pause ein. Zur diesjährigen DM wollte sie aber erneut nach dem Titel greifen und begann eine intensive Vorbereitung:
„Wer nun denkt die DM ist nicht ganz so verlaufen wie ich mir das vorgestellt habe der hat recht! Ja ich weiß, ich habe sechs Jahre nicht gespielt und drei Monate zur Vorbereitung sind nicht lange, aber trotzdem. Ich habe das viertel Jahr gut genutzt und spiele besser als bei meiner letzten DM in Rüsselsheim 2008. Nutzt aber alles nichts, wenn man beim Wettkampf sein Können nicht zu 100% abrufen kann. Bedauerlich. Sehr erfreulich hingegen ist der „Nachwuchs“ bei den Damen, deren Spielqualität - im Gegensatz zu Früher – dazu führt, dass man durch fehlerhaftes Spiel schnell mal einen oder mehrere Plätze nach hinten durchgereicht wird. Die Kurse, vor allem das Waldschwimmbad mit seinen diskussionswürdigen Außenbahnen, werden mir im Gedächtnis bleiben. Nicht, dass ich den Waldschwimmbad-Kurs nicht mag, aber als Linkshänder hat man es dort – mit Ausnahme von Bahn 18 „Captain Jack“ - doppelt schwer. Beide Kurse waren, wie so häufig, vor allem auf die wurfstarken Open und Juniors ausgelegt. Bei der inzwischen wirklich großen Anzahl an Spielern in den anderen Divisionen (Masters bis Legends und Damen) sollten sich die Kursdesigner vielleicht doch mal etwas einfallen lassen. Bleibt mir ein Lob an die Organisation und den Einsatz der vielen Scheibensucher auszusprechen. Die Kurse waren in einem tollen Zustand, wo immer notwendig stand ein Spotter und das Restaurant zum Mittagessen lag sehr praktisch auf dem Weg zwischen den Kursen. Dank des tollen Herbstwetters saß man zum Essen gerne im überdachten Freien. Die Auswertung und das Online stellen der Ergebnisse ging so schnell, dass mich der Anruf aus der Heimat nach Beendigung der Runde immer bereits auf meinem Weg zum Auto erreicht hat. Mein persönliches Highlight? Ich denke das war meine erste Runde die ich u.a. mit „Opa Willy“ aus Kellenhusen spielen durfte. Ich hatte das Vergnügen Opa Willy drei Wochen vor der DM beim Spielen in Kellenhusen kennen zu lernen. Hut ab vor dem Deutschen Meister der Legends 2014 und Gratulation! Wehrmutstropfen? Ja, gab es auch. Das Gruppenfoto täuscht, als Team habe ich unseren Auftritt bei dieser DM nicht empfinden können. Dadurch, dass die zwei Kurse immer im Wechsel von den Open & Juniors und den restlichen Kategorien bespielt wurden sah ich die anderen Team WSCA Spieler, wenn überhaupt, nur beim schnell eingenommenen Mittagessen. Nur Karl-Heinz hat mir ab und an auf der Runde zugewinkt wenn sich unsere Bahnen kreuzten. Das war sehr schade!“
Mit Michael Stelzer hatte der WSCA in der Open Klasse einen ganz heißen Kandidaten auf den Titel. Der Söhnstettener konnte bereits 2006 den Meister Titel nach Söhnstetten bringen. Der führende in der German Tour konnte aber seine überragende Saison mit einer Top Platzierung nicht krönen:
„Ich hatte fünf tolle Tage in Rüsselsheim. Das Wetter war nahezu perfekt,Mittwoch bis Samstag nur Sonne, Sonntag etwas bewölkt. Beide Kurs kannte ich bereits von vorherigen Turnieren, das Bahnenlayout war bis auf ein paar Ausnahmen gut ausgewählt. Auf den ersten Blick kann ich mit dem Endergebnis nicht ganz zufrieden sein, die Erwartungen nach diesem Saisnonverlauf waren für mich sehr hoch. Ich habe in letzter Zeit einfach zu wenig trainiert, um eine erfolgreiche DM zu spielen, die über 6 Turnierrunden geht muss man sich anderst vorbereiten. Das Finale habe ich um 6 Würfe verpasst, im Endeffekt war bei dieser DM einfach keine bessere Platzierung möglich, ich habe auf jeder Runde zu viele einfache Fehler gemacht. Massig OB´s mitgenommen, Würfe ins Wasser im Wadschwimmbad und vorallem die Inselbahn im Ostpark haben mich einige Würfe gekostet. Trotz Plaz 9 bei dieser DM blicke ich auf eine Super-Saison zurück, GT Sieg, 21. bei der EM und vorallem mein Heimsieg in Söhnstetten waren für mich die absoluten Highlights. DM Titel und GT Sieg für den WSCA - eine erfolgreiche Saison 2014!!! Die Erfolgsgeschicht hat ein weiteres Kapitel. Ich freue mich schon auf die DM 2015 in Kellenhusen, ich hoffe das wir mit einem starken Team an der Ostsee antreten. Danke für die Ünsterstützung des WSCA´s bei der DM!
Das Schlusswort gebührt demjenigen, der auch den letzten, finalen Putt der Deutschen Meisterschaft in Rüsselsheim versenken durfte - dem neuen Deutschen Meister, Dominik Stampfer:
„Inzwischen sind nach dem Ereignisreichen Wochenende einige Tage vergangen. Einige Tage, in denen ich ersteinmal verarbeiten musste, was sich da am Wochenende alles abgespielt hat. Irgendwie ist das noch wie im Traum. Die letzten 1,5 Jahre waren für mich spielerisch alles andere als erfolgreich. Mein letztes gutes Turnier waren die Albuch Classics 2013. Seit dem war der Wurm drin. Zum Ende der letzten Saison entbrannte aber ein starker Wunsch in mir: Ich wollte 2014 Deutscher Meister werden. Für mich war also klar, was es zu tun gab: Training, Training und nochmals Training. Trotz der vielen Trainingseinheiten, wollten die Turnieregebnisse nur selten besser werden. „Egal, bis zur DM ist noch Zeit“, dachte ich mir. Der August war vorüber und mit der EM ein weiteres Turnier Geschichte, das nicht nach Plan verlief. Dennoch wollte ich mir meinen Wunsch erfüllen und steigerte das Trainingspensum. Ich wusste, das mir die beiden Kurse in Rüsselsheim und im Waldschwimmbad liegen. Als ich Donnerstag spät Abends in Rüsselsheim ankam, stand die DM direkt vor der Tür und ich war guter Dinge und fühlte mich in einer guten Verfassung.
Die erste Runde im Ostpark war gespielt. Eine Runde, mit vielen guten Würfen und ganz ganz wenigen „schlechten“. Ich lag mit zwei Würfen in Führung und wusste, dass das eine ganz besondere DM werden könnte, konzentrierte mich aber sofort auf die nächsten Runden. Nach fünf gespielten Runden und einer tollen Zeit mit dem WSCA Team, fand ich mich erneut auf Bahn 1 im Waldschwimmbad wieder. Doch irgendwas war anders, als in den Runden zuvor. Neben den 250 Zuschauern gab es ein Leaderboard und einen Komentator. Das Finale der besten fünf Spieler der DM stand an. Und ich war dabei. Und ich war nicht irgendeiner der fünf: Ich war der Führende, der Gejagte mit zehn Würfen Vorsprung. Erst jetzt war mir klar, dass ich die letzten fünf Runden auf Top Niveau gespielt habe. Das Finale startete ganz gut und war eine rießen Erfahrung für mich. Von allen Seiten gab es Sprüche, die mich gepusht haben. Natürlich wurde man auch stehts mit dem Ergebnis konfrontiert, was die ganze „Sache“ nicht leichter machte. Ich wollte hier nocheinmal mein bestes geben und konnte auf den ersten Bahnen auch gutes Golf zeigen. Auf den letzten beiden Bahnen habe ich etwas gestrauchelt.... Und dann kam der ganz besondere Moment: Der letzte Putt. Es waren nur 1,5 Meter, die mich zu meinem Ziel trennten. Man mag es mir nun glauben oder nicht: Erst hier, in diesem Moment, wurde mir klar, was gleich geschehen wird. Was dann folgte, kann ich leider nicht in Worte fassen. Das waren unendlich viele Glücksgefühle und ein unvergesslicher Moment!!! Ich bin Deutscher Meister!!
Für diesen Moment habe ich lange gearbeitet. Vielmehr: Um an diesen Punkt zu gelangen, haben mir viele Leute geholfen. Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, mich bei all denen zu bedanken, die mich auf diesem Weg begleitet haben! Ein ganz besonderes Dankeschön möchte ich Dennis, Anna, meinen Eltern, Britta, Markus, Jürgen, Dirk, den WSCAlern vor Ort für die wahnsinnige Unterstützung aussprechen! Und ein ganz rießiges Danke an den besten Verein überhaupt, den WSCA!!! Danke!!“
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