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23.09.2014 | Disc Golf

Euro Tour in St. Thomas am Blasenstein

Ein persönlicher Rückblick von Ted Winkelbeiner

Manche Dinge im Leben benötigen Zeit. Zeit, um zu wachsen oder zu reifen. Ein guter Whisky braucht seine Zeit, um zu einem Genuss für den Gaumen zu werden und meist sprechen wir hier von mehr als 10 Jahren…

Im meinem Falle dauerte es geschlagene 11 Jahre, ehe ich wieder an einem Euro Tour Turnier teilnehmen sollte. Das Euro Tour Finale 2003 in Weilheim, welches zugleich mein allererstes Discgolf Turnier überhaupt war, war ein guter Einstieg in die Szene und nun im September 2014 ging es für mich wieder „nach Europa“.

Natürlich hat sich sowohl bei mir privat als auch in der Discgolf-Szene einiges geändert, manche Dinge haben sich jedoch in diesen 11 Jahren nicht geändert. Das internationale Flair, welches auf jeden Fall gegeben ist, wenn Spieler aus 10 Nationen sich die Ehre geben, ist etwas ganz besonderes und ist mit einem Turnier der German Tour nicht zu vergleichen. Wenn dann noch eine wunderschöne Location, großartige Veranstalter, gelungenes Rahmenprogramm und köstliche Verpflegung dazu kommen, dann darf davon ausgegangen werden, dass einem herrlichen Wochenende nichts im Wege stehen sollte.

Leider gab es einen Wermutstropfen, der das ganze Unternehmen beinahe zum Scheitern bringen sollte. Laut den Aussagen von einigen Einheimischen gibt es in St. Thomas pro Jahr maximal eine Woche mit starkem Nebel. Eigentlich kein Grund für übersteigerte Verunsicherung. Leider hat sich besagter Nebel genau unser Wochenende für seinen Besuch auserkoren und damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Nachdem am Samstag Vormittag die erste Runde auf dem wunderschönen und zeitgleich sehr selektiven Kurs gespielt war, ging nach der Mittagspause gar nichts mehr. Mehrere Male wurde das Players Meeting nach hinten verschoben und gehofft, dass der Nebel sich lichten würde, nur leider wurde diese Hoffnung im dichten Nebel förmlich erstickt. Die zweite Runde wurde folglich abgesagt und somit blieb nur noch der Puttingcontest, der zur allgemeinen Belustigung direkt am Hauptquartier des Veranstalters ausgetragen wurde (bis zum Korb konnte man selbst von der letzten Station bei ca. 15 Metern gerade noch sehen).

Der Sonntag begann zum Leidwesen aller Spieler wie der Samstag geendet hatte, mit Nebel. Trotzdem entschied man sich, die Runde zu spielen, da der Wetterbericht Hoffnung auf Besserung gemacht hatte. Die sportlichen Leistung traten an diesem Wochenende leider etwas in den Hintergrund, obwohl sie es absolut verdient haben, hier erwähnt zu werden. Nach der Samstagsrunde konnte sich In der Open Klasse der Stahnsdorfer Jerome Braun mit 56 Würfen (drei unter Par und 1020er Rating) an die Spitze des Feldes setzen. Die WSCAler Stampfer, Kroll und Winkelbeiner konnten sich in Lauerstellung positionieren. Bei den Masters ging nicht überraschend der Europameister Ville Piippo in Führung und für einen Paukenschlag sorgte die WSCA Dame Natalie Winkelbeiner, die sich im sehr stark besetzten Damenfeld den geteilten dritten Platz erspielte. In den anderen Divisionen waren leider keine WSCA Spieler am Start.

Zu Beginn der zweiten Runde lief es für mich richtig gut und trotz zweier leichter Fehler kam ich gut durch die ersten schweren Waldbahnen. Die Attacke auf die Spitze war in vollem Gange. Nach sechs gespielten Bahnen kam jedoch die Ernüchterung für die Sportler. Die Runde wurde wegen irregulärer Bedingungen unterbrochen und nach ca. 2 Stunden des Wartens endgültig abgebrochen. Das Turnier war somit offiziell beendet und die Ergebnisse nach der ersten Runden wurden somit als Endergebnisse gewertet. Dominik und Nata konnten durch tolle Leitungen beide mit dem dritten Platz auf dem “Stockerl“ Platz nehmen, der Kurze und ich teilten uns den sechsten Platz und der Xiph schrammte bei den Amateuren denkbar knapp am Podest vorbei.

Alles in Allem ziehe ich trotz der widrigen Bedingungen ein überaus positives Fazit. Das Turnier hat absolut das Potential für ein Euro Tour Event und wird sich hoffentlich über die Jahre als fester Termin im Kalender der Euro Tour manifestieren. Ich habe trotz des Abbruchs niemanden gesehen, der unzufrieden oder gar sauer war. Die Veranstalter haben absolut richtig entschieden und werden hoffentlich nächstes Jahr mit mehr Wetterglück für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft für den Sport belohnt werden.

Bedanken möchte ich mich noch ganz herzlich beim WSCA, der sowohl Nata als auch mich finanziell unterstützt hat und uns beiden dadurch die Teilnahme an diesem schönen Event spürbar erleichtert hat.

Nata und ich haben viele neue Bekanntschaften gemacht und alte Freundschaften pflegen können und das ist nach wie vor für mich das Schönste am Discgolf. Relativ sicher dürfte dabei auch sein, dass mein nächster Start auf der Euro Tour keine weitern 11 Jahre auf sich warten lassen dürfte.

Ted Winkelbeiner

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