Sportclub Disc Golf Söhnstetten: uneingeschränkt bespielbar (Details)
Skilift: Betrieb in Händen der Gemeinde
Der Parcour in Berlin ist sehr schnell zu beschreiben: Abwechslungsreich, keine Strafzonen und am wichtigsten: man bekommt nichts geschenkt. Die beiden WSCA´ler hatten auf diesem Kurs einige Turniere absolviert, was bei den nicht einfachen Wetterbedingungen am Wochenende von Vorteil war. Böiger Wind und viele Regenschauer erschwerten das Spiel.
Am Trainingstag noch das Doubels gemeinsam mit einer 49 und damit 8 unter Par Runde, starteten die beiden EM-Fahrer Stelzer und Stampfer also Samstag morgen in ihre Einzelrunden. Zwar konnten beide nicht die magische 50er Marke unterbieten, jedoch konnte sich Michael Stelzer mit einer 53er Runde in aussichtsreiche Position spielen. Dominik Stampfer hingegen konnte gleich zu Beginn eine bogeyfreie Runde vorzeigen und positionierte sich mit seiner 50er Runde auf dem geteilten ersten Platz mit dem Europameister Simon Lizotte und Jeppe Ask Sörensen (Dänemark). Dass diese beiden Scores ein gelungener Auftakt waren, zeigte sich an der ersten Runde des Weltmeisters von 2009 Avery Jenkins: Mit einer 56 fand er nur mühsam ins Turnier.
Die Zeichen standen also von Beginn an gut für die beiden Süddeutschen und so konnten sie in Runde zwei ihr Niveau halten: Stelzer verbesserte sich um zwei Würfe und spielte sich damit in den Leading Flight auf Platz vier. Stampfer benötigte zwar zwei Würfe mehr als in Runde eins, spielte aber dennoch mit einer 52er eine starke Runde und fand sich auf Platz zwei hinter dem absoluten Top Favorit Simon Lizotte wieder. Zwischen die beiden WSCA´ler reihte sich der Ex-Weltmeister Jenkins auf Platz drei ein. Mit seiner 47er Runde zeigte er sein Können und zog am Großteil des Feldes vorbei.
Die Wetterprognose sollte für Sonntag keine Änderungen bringen. So machten sich Stelzer und Stampfer also gemeinsam mit Europameister Lizotte und Ex-Weltmeister Jenkins und dem Berliner Greg Marter auf die Runde. Zu Beginn ließen sich die beiden WSCA´ler von den beiden Hochkarätern nicht beeindrucken und konnten lange auf selben Niveau mithalten und hielten das Rennen offen. Jedoch ließ die Konzentration von Stampfer und vor allem Stelzer gegen Ende der Runde nach und die beiden gaben einige Würfe an ihre Kontrahenten ab. Mit einer 55er Runde, was auf diesem Kurs wahrlich kein schlechtes Ergebnis ist, verlor Stelzer jedoch sieben Würfe auf Jenkins und satte elf Würfe auf Lizotte, der in dieser Runde Disc Golf vom feinsten spielte und eine der besten Runden auf diesem Kurs absolvierte. Stampfer verlor mit seiner 51 „nur“ drei Würfe auf Jenkins und fand sich mit zwei Würfen Rückstand auf den US-Amerikaner auf Platz drei wieder. Stelzer rutschte in den dritten Flight ab, konnte sich jedoch mit einem guten Halbfinale noch eine Chance auf einen der fünf Finalplätze erhoffen.
Im Halbfinale sollten jedoch schon Vorentscheidungen fallen: Stelzer konnte mit 30 Würfen auf den neun Halbfinalbahnen keine Plätze mehr gut machen und fand sich schlussendlich auf Platz 14 wieder. Dieser Platz spiegelt seine tolle Leistung jedoch nicht wieder: Es fehlten lediglich fünf Würfe auf das Stechen um den Einzug ins Finale, was das Niveau des Turnieres nochmal deutlich hervorhebt.
Für Stampfer lief es hingegen glücklicher: Zwar spielte er kein gutes Halbfinale, jedoch behielt er die Nerven und konnte drei Bahnen vor Schluss mit einem phänomenalen 18-Meter Putt den Grundstein für den Finaleinzug legen.
Im Finale jedoch, waren die ersten beiden Platze quasi von Beginn an vergeben: Lizotte hatte bereits einen Vorsprung von elf Würfen, Jenkins hingegen hatte fünf Würfe auf Stampfer, der den dritten Platz inne hatte. Dieser dritte Platz sollte jedoch bis zum Ende hart umkämpft bleiben: Der Localmatador Jens Erdmann und der Vorjahreszweite Jeppe Ask Sorensen hatten lediglich drei Würfe Rückstand auf Stampfer. Erdmann konnte mit einem Eagel und einigen Birdies, nach dem Stampfer an der drittletzten Bahn einen Bogey hinnehmen musste, mit Stampfer gleichziehen. Die Zuschauer favourisierten den Local Erdmann, Stampfer jedoch konnte mit einem starken Putt unter windigen Verhältnissen an der vorletzten Bahn erneut mit einem Wurf in Führung gehen. So war es also die alles entscheidende letzte Bahn, die um den dritten Platz entscheiden sollte. Nach dem sich Erdmann mit einem unfassbaren 20-Meter Putt ein Birdie erspielte, waren alle Augen und vorallem der ganze Druck auf Stampfer gerichtet: Doch der 21-Jährige bewies seine Nerven und konnte aus 9 Meter zum Birdie einlochen und behielt damit den dritten Platz für sich allein. Für Stampfer, der zuletzt nicht immer die beste Leistung zeigte, war dies ein wahrlich großer Erfolg – mit nur vier Würfen Rückstand auf den Ex-Weltmeister Avery Jenkins und elf Würfen Rückstand auf den Gewinner Simon Lizotte belegte Dominik Stampfer den dritten Platz.
Die beiden WSCA´ler ließen mit diesem Auftreten keine Zweifel auf, bei der im August stattfindenden Europameisterschaft den WSCA erneut gut zu vertreten.
Dominik Stampfer