Sportclub Disc Golf Söhnstetten: uneingeschränkt bespielbar (Details)
Skilift: Betrieb in Händen der Gemeinde
Der letzte Putt des Turniers war gefallen, Applaus tobte und auf die Frage, ob er sich vor seinem letzten Putt an seinen letzten Sieg in Dassel erinnert hatte, beantwortete er nur mit einem grinsenden Kopfnicken: Michael Stelzer, der Sieger der 12. Haus Solling Open in Dassel!
Doch der Reihe nach: Inzwischen schon traditionell am Osterwochenende fand in Dassel bei Sollingen ein B-Turnier der besonderen Art statt. Wie schon letztes Jahr traf sich das „Who is who“ der deutschen Disc Golf Szene um auf zwei völlig unterschiedlichen Kursen die Besten ihrer Klasse zu ermitteln. Wer gewinnen wollte, der musste auf den 16 Bahnen des Waldkurses und auf den 16 Bahnen im Tal alles zeigen: Enge Schneisen, lange und weite Würfe, Höhenunterschiede, OB´s und vor allem: zwei Inselbahnen. Mit dabei und in vier der fünf Divisionen vertreten: 15 WSCA Spieler.
Das 128 Spieler starke Starterfeld startete in zwei Pools getrennt am Samstag in Runde 1 und 2. Abwechselnd wurden beide Kurse bespielt und schon früh zeigte sich, dass der WSCA einmal mehr seine Spitzenposition in Deutschland behaupten sollte.
Michael Stelzer war nach Tag eins mit einer bärenstarken ersten Runde auf dem geteilten ersten Platz und hatte beste Möglichkeiten seinen dritten Sieg in Dassel einzufahren. Die anderen WSCA-Asse der Open Division mussten Federn lassen, hatten jedoch mit Emanuel Kroll und Dominik Stampfer noch gute Chancen auf das Finale der besten Vier. Christian Schmidt spielte eine gute erste Runde, jedoch wurde ihm in Runde zwei eine der beiden Inselbahnen zum Verhängnis, was ihm schlussendlich geringe Chancen auf eine Top Platzierung bot.
Der Zweite Turniertag sollte ähnlich wie der erste verlaufen: Stelzer spielte sich weiterhin in einen Rausch - und eine Inselbahn lies Träume platzen. Doch dieses Mal erwischte es Dominik Stampfer. Der junge Heidenheimer, nach drei Runden nur wenige Würfe Rückstand aufs Finale, fand in Runde vier streckenweiße zu alter Höchstform und spielte sich Bahn für Bahn an seinen Konkurrenten heran. Doch an der Inselbahn, die bereits Schmidt zum Verhängnis wurde, platzten die Träume aufs Finale. Mit einer 11 (in Worten: elf) musste Stampfer einen herben Rückschlag in seiner Runde einstecken. Die letzten Hoffnungen musste der Sieger von 2012 drei Bahnen später begraben. Mit einer sieben auf der zweiten Inselbahn waren alle Chancen dahin und er landete schlussendlich auf Platz 16 und damit einen Platz hinter Emanuel Kroll. Christian Schmidt konnte die Leistung seiner ersten Runde nicht wiederholen und landete auf Platz 21.
Und Stelzer? Mit ähnlich starken Runden wie am Vortag konnte er alle Konkurrenten hinter sich lassen und ging mit einem Vorsprung von fünf Würfen ins Finale. Der Vize-Europameister von 2008, der gegenüber den anderen Finalisten mit Abstand die meiste Erfahrung besaß, spielte das Finale konsequent zu Ende. Mit starken Putts und phänomenalen Drives ließ er im Finale den Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance.
Mit einem fünf Würfe starken Vorsprung ging es zur letzten Finalbahn, die Stelzer auch bei seinem letzten Sieg 2008 in Dassel als letzte Bahn im Finale spielen musste. Nachdem er 2008 an selber Stelle noch mehrere Putts vergeben hatte, machte er nun den Sack zu: Nach zwei Putts streckten sich beide Arme in die Höhe und Stelzer ließ sich feiern!
Völlig verdient und mit vier Würfen Vorsprung gewann er das Turnier vor Marian Ludwig, Tobias Behrens und Elias Güldenhaupt.
In der Master-Klasse spielte sich der Ulmer Martin Fohlert mit einer phänomenalen vierten Runde hinter den beiden Dauerrivalen Kattwinkel und Buchholz auf den geteilten dritten Platz und fuhr damit eine weitere Topplatzierung für den WSCA ein.
Jonas Lehmann, nach drei Runden noch auf Platz eins der Juniors, konnte seinen Vorsprung nicht halten und rutschte gar auf Platz vier ab. Der Junge Augsburger steht jedoch noch am Anfang seiner Karriere und wird schon beim nächsten Turnier wieder seine Klasse zeigen.
Bei den Spielern der Grandmaster-Klasse waren die Plätze eins und zwei bereits durch die Dauerrivalen Braun/Kraus belegt. Die WSCA Fraktion konnte aber dennoch sehr gute Ergebnisse abliefern: Elmar Stampfer spielte sich mit konstanten Runden auf einen starken sechsten Platz, der ohne seine schwächere dritte Runde noch hätte besser ausfallen können. Einen Platz dahinter belegte Karl-Heinz Warnke mit drei Würfen Rückstand auf Stampfer Platz sieben. Ortwin Pelger und Richard Bulla belegten die Plätze 13 und 15.
Mit dem Sieg von Michael Stelzer zeigt sich einmal mehr, dass die Titelvergabe auf den Deutschen Turnieren nur über die WSCA Top-Asse geht!
Die weiteren Platzierungen: Moritz Lang 30., Florian Knoll 44., Christoph Kroll 46. (alle Open), Jürgen Taube 16. (Masters), Ralph Lehmann konnte das Turnier leider nicht beenden (Open)
Dominik Stampfer